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(Quelle: Perform Better Europe)

 

Kaum ein anderes Thema wird derzeit so häufig diskutiert wie „Faszien“.
Grundlegende Informationen zu Faszien findet man im Internet ja zuhauf.

Im folgenden versuche ich einmal, zusammenzufassen, warum man Faszien trainieren soll und wie ein adäquates Training aussehen kann.

Die Gründe für Faszientraining sind vielfältig: Zum einen können die eigentlich elastischen und flexiblen Faszien (die dicht mit Rezeptoren besiedelt sind) durch Bewegungsmangel sowie Fehlhaltungen verkleben und verhärten; es entstehen Schmerzen. Geht es zum anderen um „Bodyshaping“, können verfilzte Faszien den Muskel praktisch „einschnüren“, dessen Kontraktionsfähigkeit und somit den Muskelaufbau behindern. Und last but not least verbessern bewegliche Faszien die Regeneration und sichern so optimale Leistungen in Training sowie Wettkampf.

Wie lassen sich Faszien nun effektiv trainieren? Grundsätzlich gibt es vier Prinzipien:
Erstens die Bewegungsvorbereitung, bei der dynamische Stretches das Gewebe gleitfähiger machen. Der Muskel funktioniert somit besser, das Verletzungsrisiko minimiert sich.
Das zweite Trainingsprinzip bilden die so genannten „Hauptübungen“, wobei man z.B. mit leichten Trainingsgewichten am Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus arbeitet. Hier wird der aktivierte Muskel zuerst gegen seine Arbeitsrichtung gedehnt. Trainierte Faszien speichern diese Bewegungsenergie, wirken wie ein „Katapult“ und machen die Muskelarbeit ökonomischer.
Beim dritten Prinzip geht es schließlich um Bewegungsregenration. Im einfachsten Fall sind dies lockernde Bewegungen während der eigentlichen Belastung, etwa das Ausschütteln von Armen und Beinen.
Der vierte Trainingsansatz, die Faszien-Selbstbehandlung mittels Massagestäben, festen Schaumstoff-Rollen sowie -Bällen, ergänzt abschließend die vorangegangenen drei Möglichkeiten. Die flächige Eigenmassage lässt sich grundsätzlich aktivierend oder entspannend nutzen und kann oftmals schon ausreichen, um Spannungen im Gewebe zu lösen (ergänzt aber in jedem Fall sinnvoll die manuelle Behandlung beim Physiotherapeuten). Sie wird jedem Athleten als regelmäßige Übung empfohlen.